©2015 by bahnblitze.de  

Konzentrationslager Buchenwald

Zum Glück lange stillgelegt sind die Bahnanlagen des Konzentrationslagers Buchenwald. Das KZ bei Weimar wurde 1937 von Häftlingen aus dem KZ Sachsenhausen gebaut. Die Häftlinge kamen anfangs per LKWs/zu Fuß. Unter den Häftlingen befanden sich zunächst hauptsächlich sogenannte Schutzinhaftierte bzw. Menschen, deren politische, ideologische oder religiöse Einstellung nicht Konform mit der Ideologie der Nationalsozialisten war. In späteren Kriegsjahren des 2. Weltkrieges kamen auch Kriegsgefangene und Deportierte aus Besatzungsgebieten hinzu. Auch die Todesmärsche aus Auschwitz endeten nach dem Vorrücken der roten Armee in Buchenwald. Der sogennante Carachoweg führte vom Verkehrshof und der Straße zum Lagereingang. Über ihn wurden die Häftlinge in Scharen wie Vieh getrieben. Auf dem Tor des Lagers steht die eiserene Inschrift "Jedem das Seine". Das Lager besteht aus dem Torgebäude, mehren Baracken, einer Kantine, einem Häftlings-Bordell (Anreiz zu mehr Arbeitskraft), einem Desinfektionsgebäude, einem Arestzellenbau sowie einem Krematorium. Im hinteren Bereich gab es zudem einen umgebautren Reitstall mit Genickschussanlage als Maßbahnd getarnt. Weiterhin gab es einen Fleckfieberversuchsbau, in dem medizinische Experimente mit Gefangenen gemacht wurden. Im so genannten kleinen Lager befand sich der Quarantänebereich. Ein Tierpark für SS-Angehörige und ihre Familien befand sich in unmittelbarer Nähe des Krematoriums. Der Massenmord war für die SS-Familien/Kinder ein ganz normaler Bestandteil ihrer Zeit und selbstverständlich. Die Häftlingen mussten indes in den Steinbrüchen sowie im Gustloff-Werk II (Maschinengewehrproduktion) arbeiten. Bis 1943 hatte das Lager keinen Bahnanschluss. Um die Produktiongüter besser abzutransportieren und das Lager besser zu versorgen, wurde 1943 ein Bahnanschluss nach Weimar gebaut. Auch die Deportierten kamen von nun an per Bahn und in Viehwagen im Lager an. Der Gleisanschluss wurde von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft bedient und ist somit ein wichtiger Bestandteil zur Erinnnerung und Mahnung an die Verstrickung von nationalsozioaistischen Deportationen und Kriegsverbrachen sowie der Eisenbahn. Insgesamt waren in etwa 250000 Häftlingen im KZ Buchenwald inhaftiert. Etwa 56000 starben im Lager durch die widerlichen Haftbedingungen, Erschießungen, Experimente oder während der schweren Arbeit. Die Leichen wurden im Krematorium verbrannt und auf dem Ettersberg verscharrt. 1945 wurden etwa 3000 Leichen in natürlichen Erdsenken am Südhang vergraben. Um diese Erdsenken sind heute die Grabtrichter des Buchenwald-Mahnmals von 1958 mit dem Glockenturm, welches vom SED-Regime der DDR initiert wurde. Vor der Befreiung versuchte die SS, das Lager zu Räumen was aber nur teilweise gelang. Die Häftlinge wurden auf der Flucht als Schutzschild missbraucht. Auf dem Friedhof neben dem Mahnmal von 1958 befinden sich weitere 400 Tote, die bei der Befreiung des Lagers durch die Amerikaner gefunden und dort begraben wurden, nachdem man einem Teil der Bevölkerung, die den Holocauts leugnete, das Lager gezeigt hatte. Heute ist man sich sicher, dass die Bevölkerung von dem Lager und den Vorkomnissen wusste. Es gab Deportationszüge sowie regelmäßigen Rauch und Gestank aus dem Krematorium auf dem Berg sowie Verbrennungen von Häftlingsleichen im Stadtkrematorium. Experten sind sich einig, dass diese Anzeichen nicht zu übersehen waren. Das Lager wurde nach 1945 bis 1950 noch durch die UDSSR als Häftlingslager der Besatzungsmacht genutzt, in dem Alt-Nazis inhaftiert wurden, danach wurde es aufgelöst. Heute ist das gesamte Gelände auf dem Ettersberg ein Mahnmal. Auch der Bahnhof und die Bahntrasse auf den Ettersberg sind teilweise erhalten und vermitteln zusammen mit den anderen Anlagen des KZ einen negativeren Eindruck deutscher National- und Eisenbahngeschichte.